Video der Lokalzeit Bonn "Muslime beten auf engsten Raum"
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"Muslime werfen der Stadtverwaltung Untätigkeit vor" GA-online vom 15./16.12.07
Noch immer wartet der Verein Al-Muhajirin auf Antworten in Sachen Moschee - Stadt: Komplexes Verfahren
Von Frank Vallender
Bonn. Schwere Vorwürfe erhebt der Rat der Muslime gegen die Stadtverwaltung in Sachen Moscheeneubau. Vor allem der Verwaltungsspitze wirft der Rat vor, Lösungen zu verhindern.
Stinksauer sei man, dass die Verwaltung auch anderthalb Jahre nach der ersten Bauvoranfrage zum bis heute favorisierten Standort Hohe Straße in Neu-Tannenbusch noch immer keine Entscheidung gefällt habe, sagte der Rechtsbeistand des Bauherrn, des Vereins Al-Muhajirin, Jürgen Baasem Kannich.
Ohne den Namen der Oberbürgermeisterin zu erwähnen, warf der Sprecher des Rats der Muslime, Haluk Yildiz, der Verwaltungsspitze vor, einen offenen, fairen Dialog zu vermeiden. Auch die SPD-Fraktion zeige sich nicht gesprächsbereit. Vielmehr würden der Muslim-Rat und der Verein Al-Muhajirin, der bislang eine Hinterhofmoschee in der Theaterstraße hat, immer wieder vertröstet.
Kannich appellierte deshalb an die Verwaltung, endlich zu handeln. Denn auch nachdem der Verein im April seine Bauvoranfrage abgespeckt und statt eines Kulturzentrums nun erst einmal nur den Bau eines Gebetsraums und eines Festsaals beantragt habe, rühre sich die Verwaltung nicht. "Sie sitzt das Verfahren aus. Wir könnten deshalb wegen Untätigkeit beim Kölner Verwaltungsgericht klagen", sagte Kannich. Doch man wolle eine Konsenslösung.
Die Vorschläge der Verwaltung für andere Standorten, wie vom Stadtrat gefordert, seien fast alle unrealistisch. Unter anderem ist das Gelände der leerstehenden Omega-Spielhalle an der Bornheimer Straße im Gespräch. Die Muslime lehnen das Gelände aber als ungeeignet ab.
Kannich und Yildiz forderten ein transparentes Vorgehen der Verwaltung, damit auch die Bürger wüssten, woran sie sind. "Wenn das Verfahren endlich öffentlich gemacht würde, käm es vielleicht zu Anwohnerklagen", sagte Yildiz. "Aber so läuft das nun mal in einer Demokratie."
Wie berichtet, hat die Verwaltung Bedenken gegen den Moscheebau in Neu-Tannenbusch aus integrationspolitischen Gründen. Nachdem baurechtliche Fragen wie beispielsweise Bauhöhen und Parkplatzzahlen geklärt waren, argumentierte das Bauordnungsamt mit dem Segen der OB, dass durch den Bau einer Moschee an der Hohen Straße eine weitere Gettoisierung zu befürchten sei.
"Die Zahl der Moslems in Neu-Tannenbusch ist mittlerweile ohnehin auf über 35 Prozent gestiegen", sagte Kannich. "Was tut die Stadt gegen diese Entwicklung? Nichts." Deshalb könne man durchaus argumentieren, dass eine Moschee dort gebaut werden solle, wo Moslems wohnen.
Der Muslim-Rat fordert nun, einen Fahrplan vorzulegen, an den sich alle halten können. Man wolle jedoch nicht warten, bis die neue Integrationsbeauftragte im kommenden Jahr im Amt sei.
Zur gleichen Zeit erklärte die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung, man befinde sich in einem intensiven Prüfungs-, Abstimmungs- und Moderationsprozess. Die Prüfung der Grundstücke solle in Kürze abgeschlossen werden. Im neuen Jahr könnten Rat und Ausschüsse darüber beraten.
"Ein geeigneter Standort ist nur im diskreten Abstimmungsprozess zu ermitteln", hieß es aus dem Stadthaus. "Das Verfahren ist komplex und zeitaufwändig. Es geht darum, einen Vorschlag zu erarbeiten, der von allen Beteiligten mitgetragen werden kann und der mehrheitlich auch in der Bevölkerung akzeptiert wird." Es sei daher weder hilfreich noch berechtigt, von einer zögerlichen Bearbeitung der Bauvoranfrage zu sprechen. Gleiches gelte für Spekulationen über die Motive der Verwaltung.
Die Grünen äußerten Verständnis für den Unmut der Muslime. Schon lange habe man an Verwaltung und Ratsmehrheit appelliert, sich mit den Muslimen in dieser Frage an einen Tisch zu setzen und in einem Dialog auf Augenhöhe gemeinsame Lösungen für Standort und inhaltliche Konzepte zu suchen, sagte der migrationspolitische Sprecher der Grünen, Florian Beger: "Damit kann nicht gemeint sein, dass die Verwaltung ihr genehme Standortvorschläge unterbreitet, ohne die eigenen Vorschläge der Muslime zu berücksichtigen."
Streit um Moscheebau in Bonn
aus dem Kölner Stadt-Anzeiger (13.12.07)
Bonn - Der Rat der Muslime in Bonn wirft der Stadt Verzögerungstaktik bei der geplanten Errichtung einer Moschee vor. Seit der Ablehnung einer Baugenehmigung auf einem Grundstück im Stadtteil Tannenbusch im März habe sich bei der Suche nach Alternativen durch die Verwaltung "nichts Substanzielles" getan, kritisierte die Islam-Vertretung am Donnerstag in Bonn. Die Stadt solle m den Moscheeplänen "aufrichtig und transparent" umgehen.
Die Muslime bräuchten dringend größere Räume und wollten sich nicht länger "herumschubsen" lassen, hieß es weiter. Der "Schwarze Peter" werde nun Coletta Manemann zugeschoben, die im kommenden Jahr Integrationsbeauftragte der Stadt wird. "Sie soll es nun richten, obwohl bisher ganz andere Personen in den Prozess eingebunden waren." Zuletzt hatte die Stadt dem Rat Gespräche für Februar 2008 zugesagt.
Muslimisch geprägtes Viertel
Der Al-Muhajirin-Verein, der Mitglied im Rat der Muslime ist, hatte in Bonn-Tannenbusch eine Minarettmoschee für etwa 800 Muslime sowie ein Kulturzentrum mit Schulungsräumen und Jugendtreff bauen wollen. Die Stadt lehnte die Pläne mit der Begründung ab, dass die Moschee die "unbestritten vorhandene Ghettobildung" in dem muslimisch geprägten Viertel verstärken könnte. Auch gebe es nicht genug Parkplätze. Derzeit nutzt der Verein Räume in der Theaterstraße als religiösen Treffpunkt.
Im Rat der Muslime, der 2006 als bundesweit erste lokale Interessenvertretung von Muslimen gegründet worden war, sind alle Bonner Moscheen und Islamverbände außer der umstrittenen König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg organisiert. Dem Gremium gehören fünf arabische, drei türkische und eine bosnische Moschee sowie die Deutsche Muslim-Liga Bonn, die Islamische Hochschulvereinigung und der Muslimische Sozialbund an. Die Vereinigung vertritt die Interessen der 28.000 Muslime in der Stadt. Bislang gibt es in Bonn nur eine Moschee mit Minaretten. (kna)
CDU-Fraktion besichtigt Moschee in der Theaterstraße und diskutiert mit Rat der Muslime
Am Dienstag, den 29. Mai 2007, hat die CDU-Fraktion die Muhajirin Moschee in der Theaterstraße besichtigt und sich vor Ort ein genaues Bild von den dortigen Gegebenheiten gemacht. Zur Erinnerung: Die Muhajirin Moschee möchte gerne an einen Standort im Tannenbuscher Gewerbegebiet umziehen.
Für den Vorsitzenden der CDU-Fraktion Benedikt Hauser steht fest: „Die Moschee in der Theaterstraße platzt aus allen Nähten. Ich kann den Wunsch der dort beheimateten muslimischen Glaubensbrüder und -schwestern gut nachvollziehen, sich gerne bald in einem größeren Haus treffen und beten zu können. Die CDU-Fraktion erwartet von der Oberbürgermeisterin, dass sie schnell die Standortfrage für den beantragten Moscheebau klärt. Dabei ist für uns selbstverständlich, dass jede Entscheidung nur im Dialog mit den Betroffenen erfolgen kann. Die Antragsteller sollten nicht zu lange im Ungewissen gelassen werden. Die Errichtung eines Kulturzentrums sollte hingegen konzeptionell überdacht und vorerst zurückgestellt werden.“
Die CDU-Fraktion hat den direkten Gesprächsfaden mit dem Rat der Muslime aufgenommen und wird ihn in Zukunft kontinuierlich pflegen. Bei dem Besuch wurde deutlich, dass viel Gesprächsbedarf besteht und dass ohne das direkt gesprochene Wort oft Missverständnisse und Vorbehalte am Leben gehalten werden oder entstehen, die vermeidbar sind. Der Sprecher des Rates der Muslime, Haluk Yildiz, hat im Rahmen dieses Besuchs die vielfältigen Aufgaben und Ziele des Bonner Rates der Muslime eingehend erläutert. Dabei ist klar geworden, dass Integrationsbemühungen nur dann Früchte tragen werden, wenn alle gemeinsam aufeinander ohne Vorbehalte zugehen und an einem Strang ziehen.
Der gesamte Artikel ist auf der Webseite der CDU-Fraktion-Bonn zu lesen:
Bonner Generalanzeiger:
Bonner Muslime schließen sich zusammen
Bislang einzigartig in Deutschland hat sich jetzt ein Rat der Muslime in Bonn gegründet. Neun Moscheen - darunter fünf arabische, drei türkische und eine bosnische -, die Deutsche Muslim-Liga, die Islamische Hochschulvereinigung und der Muslimische Sozialbund bilden eine auf regelmäßigen Treffen basierende Plattform, die die Interessen der Muslime bündeln und gegenüber der Verwaltung sowie anderen öffentlichen und privaten Einrichtungen vertreten soll.
Sprecher dieses Rats ist der 40-jährige Haluk Yildiz, der die Zahl der in Bonn lebenden Moslems auf 28 000 schätzt.
Der Rat will einerseits den Kontakt unter den islamischen Gruppierungen, andererseits die Beziehungen zur Gesellschaft, zur Verwaltung, Polizei oder auch kirchlichen Organisationen fördern. Gesellschaftliche Anerkennung unter Bewahrung der religiösen Identität, lautet das Ziel.
Islamische Zeitung:
Rat der Muslime in Bonn gegründet - Neue Initiative auf lokaler Ebene will muslimische Vereine zusammenbringen
Ein weiteres Ziel des Rates sei die Stärkung der Einheit der Muslime. "Es ist wichtig, dass wir Muslime einheitlich agieren, zusammenkommen und uns beraten über die Herausforderungen, die uns bevorstehen", sagte Yildiz zu einer wesentlichen Motivation für die Gründung.
Man wolle keine Konkurrenz zu den bestehenden Dachverbänden und Organisationen sein, denen einige der Ratsmitglieder ja angehörten, betonte Yildiz. Man wolle vielmehr ein basisorientierte Initiative auf lokaler Ebene sein, an denen sich auch unabhängige Vereine, die keinem der übergeordneten Verbände angehören, teilnehmen könnten.
Der Rat möchte gemeinsame Ziele nach Außen vertreten; die einzelnen Mitgliedsvereine blieben bezüglich ihrer jeweiligen internen Ausrichtung und Arbeit aber autonom, erklärte der Sprecher.
Man wolle auch die Pflege der nachbarschaftlichen Beziehungen der Muslime fördern - ohnehin eine islamische Verantwortung des Einzelnen, und Vorurteile, Klischees und Ressentiments gegenüber Muslimen abbauen. Man sei ausdrücklich gegen jede Art von Diskriminierung, Extremismus, Terrorismus und auch Antisemitismus, hob Yildiz hervor.
WDR über den Rat der Muslime Bonn
Erster "Rat der Muslime" in Bonn gegründet:
Gemeinsam ziehen am Seil Gottes
hier geht es zu der Reportage des WDR
Rat der Muslime in Bonn spendet 7.500 Euro für den Libanon
Rat der Muslime in Bonn hat nach einem Aufruf eine beachtliche Summe in Höhe von 7.500 Euro für die Bedürftigen im Libanon gesammelt. Die Spenden wurden dem Vertreter von Islamic Relief, Ismet Misirlioglu, in Anwesenheit von Ratsmitgliedern übergeben.
