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23.09.09 09:30 Alter: 348 days

Erklärung des Rates der Muslime in Bonn

 

Die in Bonn lebenden Muslime, die durch den Rat der Muslime in Bonn vertretenen Vereine und ihre Mitglieder sowie die Imame und Vorstände der Moscheen verurteilen nachdrücklich jeden gewalttätigen Akt, der sich wahllos gegen unschuldige Menschen, Institutionen oder Einrichtungen dieses Landes richtet.

Als Gläubige und Mitbürger dieses Landes verstehen wir solcherlei Anwendung von Gewalt im Namen des Islam sowie bereits deren Androhung als Missbrauch unserer Religion und als Angriff auf ein friedliches Zusammenleben. Derartige Handlungsweisen bedrohen und gefährden Leben aller Menschen, seien es Kinder, Frauen oder Männer, seien es Muslime oder Nichtmuslime, seien es Deutsche oder Nicht-Deutsche.

Der Islam verurteilt strikt religiösen Extremismus und Gewaltausübung gegenüber unschuldigem Leben. Der Islam liefert keinerlei Rechtfertigung für Extremismus und wahllose Gewalt. Dies ist eindeutig ein Missbrauch unserer gerechten und auf Frieden ausgerichteten Religion des Islam und ist eine Übertreibung und Übertretung darin.

“Dies sind Allahs Grenzen, so übertretet sie nicht! Wer aber AllahsGrenzen übertritt, diejenigen sind die Ungerechten.”(Surah Al-Baqarah, 2:229)

“O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen derGerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu)verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig.” (Surah Al-Maida, 5:8)

“Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (dass es) einen Mord(begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alleMenschen getötet hätte.” (Surah Al-Ma’ida, 5:32)

“Und keine lasttragende Seele trägt die Last einer anderen.“ Fatir, 35:18)

Die in Deutschland lebenden Muslime sind als Opfer wahlloser und verabscheuungswürdiger Gewalt nicht ausgenommen. Zugleich aber werden wir allzu leicht unter Generalverdacht gestellt und als potentielle Täter betrachtet. Dagegen wehren wir uns mit Nachdruck, denn unser Anliegen ist das friedliche Zusammenleben ungeachtet der Nationalität und der Religionszugehörigkeit, ist die Erhaltung von Gesellschaften, in denen Religiosität gelebt werden kann ohne die Rechte anderer zu verletzen.

“O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig (Surah Al Hugurat, 49:13)

Deutschland gewährleistet diese Religionsfreiheit. Daher rufen wir alle Bürger dieses Landes dazu auf, gerade jetzt und auch in Zukunft den Frieden zu wahren. Lasst Euch nicht dazu hinreißen, gegen Mitmenschen in Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeit zu verfahren. Jeden, der die Anwendung von Gewalt gegen dieses Land androht und plant fordern wir zur Einkehr und Umkehr auf, insbesondere dann, wenn unsere Religion hierdurch in Verruf gerät. Bedenkt, dass jedwede Gewalttätigkeit in diesem Land zu erneuten Sicherheitspaketen und Überwachungsmaßnahmen, zum Abbau von Grund- und Freiheitsrechten sowie zur massiven Erhöhung der Etats für Sicherheitsmaßnahmen führen wird.  Wem nützen diese Folgen?

Zeichner der Erklärung:

Mohammed Huwaiit Imam der Al-Muhsinin Moschee

Muhammad Az-Zemzemi Imam der Al-Muhajirin Moschee

Abdelkader Az-Za’im Imam der Al-Ansar Moschee

Soulaiman Imam der As-Sunna Moschee

Haluk Yildiz Sprecher des Rats der Muslime in Bonn

Jürgen Baasem Kannich Rechtsbeirat des Rats der Muslime in Bonn

Yahya Heising Rechtsbeirat des Rats der Muslime in Bonn

Mahmoud Kharrat Vorsitzender der Al Muhajirin Moschee

Moussa Acharki Vorsitzender der Al Ansar Moschee

Belal Al Kadry Vorsitzender der Ar Rahma Moschee

Driss Boussakouk Vorsitzender der As Sunna Moschee

Said Gouda Vorsitzender der Al Muhsinin Moschee

Hasan Özdogan Vorsitzender des Muslimischen Sozialen Bundes

Bacem Dziri Vorsitzender der Islamischen Hochschulvereinigung Bonn